An Fritz von Beughem!

Mein Fritz lebt nun im Vaterland der Schinken,
Im Zauberland, wo Schweinebohnen blühen,
Im dunkeln Ofen Pumpernickel glühen,
Wo Dichtergeist erlahmt, und Verse hinken.

Mein Fritz, gewohnt, aus heilgem Quell zu trinken
Soll nun zur Tränke gehn mit fetten Kühen,
Soll gar der Themis Aktenwagen ziehen, -
Ich fürchte fast er muß im Schlamm versinken.

Mein Fritz, gewohnt auf buntbeblümten Auen
Sein Flügelroß, mit leichter Hand, zu leiten,
Und sich zu schwingen hoch, wo Adler horsten;

Mein Fritz wird nun, will er sein Herz erbauen,
Auf einem dürren Prosagaul durchreuten
Den Knüppelweg von Münster bis nach Dorsten.

		-- Heinrich Heine
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Herz, mein Herz, sei nicht beklommen und ertrage dein Geschick! Neuer
Frühling gibt zurück, was der Winter dir genommen.
		-- Heinrich Heine
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Diejenigen fürchten das Pulver am meisten, die es nicht erfunden
haben.
		-- Heinrich Heine
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Als Hegel auf dem Totenbette lag, sagte er: "Nur einer hat mich
verstanden", aber gleich darauf fügte er verdrießlich hinzu: "Und der
hat mich auch nicht verstanden."
		-- Heinrich Heine
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Gott hat die Esel geschaffen, damit sie dem Menschen zum Vergleich
dienen können.
		-- Heinrich Heine
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Laßt mich nicht ein alter Polterer werden, der aus Neid die jüngeren
Geister ankläfft, oder ein matter Jammermensch, der über die gute,
alte Zeit beständig flennt.
		-- Heinrich Heine
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Die Freiheit ist eine neue Religion, die Religion unserer Zeit.
		-- Heinrich Heine
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Die Freiheit der Meinung setzt voraus, daß man eine hat.
		-- Heinrich Heine
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Die Herrlichkeit der Welt ist immer adäquat der Herrlichkeit dessen,
der sie betrachtet. Der Gute findet hier sein Paradies
		-- Heinrich Heine
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Alles in der Welt endet durch Zufall und Ermüdung.
		-- Heinrich Heine
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Jeder dumme Junge kann einen Käfer zertreten. Aber alle Professoren
der Welt können keinen herstellen.
		-- Heinrich Heine
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Ich bin nicht schlecht, ich bin nicht gut, nicht dumm und nicht
gescheute, und wenn ich gestern vorwärts ging, so geh´ ich rückwärts
heute...
		-- Heinrich Heine
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Schlechte genießt schon hier die Hölle.
		-- Heinrich Heine
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... kein Talent doch ein Charakter !
		-- Heinrich Heine
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Jede Zeit hat ihre Aufgabe, und durch die Lösung derselben rückt die
Menschheit weiter.
		-- Heinrich Heine
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Jede Zeit ist eine Sphynx, die sich in den Abgrund stürzt, sobald man
ihr Rätsel gelöst hat.
		-- Heinrich Heine
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Die Kunst des schönen Gebens wird in unserer Zeit immer seltener, in
demselben Maße, wie die Kunst des plumpen Nehmens, des rohen
Zugreifens täglich allgemeiner gedeiht.
		-- Heinrich Heine
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In dunklen Zeiten wurden die Völker am besten durch die Religion
geleitet, wie in stockfinstrer Nacht ein Blinder unser bester
Wegweiser ist; er kennt dann die Wege und Stege besser als ein
Sehender. Es ist aber töricht, sobald es Tag ist, noch immer die alten
Blinden als Wegweiser zu gebrauchen.
		-- Heinrich Heine (Aphorismen & Fragmente)
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Bewunderung selbst dem Feinde abzutrotzen, das ist süß.
		-- Heinrich Heine
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Es gibt kein angenehmeres Geschäft, als dem Leichenbegräbnis eines
Feindes zu folgen.
		-- Heinrich Heine
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Nur Narren wollen gefallen; der Starke will seine Gedanken geltend
machen.
		-- Heinrich Heine
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Weise erdenken neue Gedanken, und Narren verbreiten sie.
		-- Heinrich Heine
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Es sind in Deutschland die Theologen, die dem lieben Gott ein Ende
machen.
		-- Heinrich Heine
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Luther erschütterte Deutschland - aber Francis Drake beruhigte es
wieder: Er gab uns die Kartoffel.
		-- Heinrich Heine
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Die Deutschen sind ein gemeingefährliches Volk: Sie ziehen unerwartet
ein Gedicht aus der Tasche und beginnen ein Gespräch über Philosophie.
		-- Heinrich Heine
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Das ist schön bei den Deutschen: Keiner ist so verrückt, daß er nicht
einen noch Verrückteren fände, der ihn versteht.
		-- Heinrich Heine
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Alle kräftigen Menschen lieben das Leben.
		-- Heinrich Heine
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Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen.
		-- Heinrich Heine
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Wenn es den Kaiser juckt, so müssen sich die Völker kratzen.
		-- Heinrich Heine
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Ärgert dich dein Auge, so reiß es aus, ärgert dich deine Hand, so hau
sie ab, ärgert dich deine Zunge, so schneide sie ab, und ärgert dich
deine Vernunft, so werde katholisch.
		-- Heinrich Heine
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Ein Kluger bemerkt alles, ein Dummer macht über alles seine
Bemerkungen.
		-- Heinrich Heine
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Es ist eine unerlaubte und unsittliche Handlung, auch nur eine Zeile
von einem Schriftsteller zu veröffentlichen, die er nicht selber für
das große Publikum bestimmt hat.  Dieses gilt ganz besonders von
Briefen, die an Privatpersonen gerichtet sind.  Wer sie drucken läßt
oder verlegt, macht sich einer Felonie schuldig, die Verachtung
verdient.
		-- Heinrich Heine
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Ich hätte für Frankreich sterben können, aber französische Verse
machen - nimmermehr!
		-- Heinrich Heine
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Es ist erstaunlich, wie in so einem kleinen Köpfchen eine solche Masse
an Unwissenheit stecken kann.
		-- Heinrich Heine
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Es gibt nichts stilleres als eine geladene Kanone.
		-- Heinrich Heine
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Du fragst mich Kind, was Liebe ist? Ein Stern in einem Haufen Mist.
		-- Heinrich Heine
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In uns selbst liegen die Sterne unseres Glücks.
		-- Heinrich Heine
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Das endliche Schicksal des Christentums ist davon abhängig, ob wir
dessen noch bedürfen.
		-- Heinrich Heine
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So ein paar grundgelehrte Zitate sind eine Zier für den Menschen.
		-- Heinrich Heine
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Beine hat uns zwei gegeben
Gott der Herr, um fortzustreben,
Wollte nicht, daß an der Scholle
Unsre Menschheit kleben solle.
Um ein Stillstandsknecht zu sein,
Gnügte uns ein einzges Bein.

Augen gab uns Gott ein Paar,
Daß wir schauen rein und klar;
Um zu glauben was wir lesen,
Wär ein Auge gnug gewesen.
Gott gab uns die Augen beide,
Daß wir schauen und begaffen
Wie er hübsch die Welt erschaffen
Zu des Menschen Augenweide;
Doch beim Gaffen in den Gassen
Sollen wir die Augen brauchen
Und uns dort nicht treten lassen
Auf die armen Hühneraugen,
Die uns ganz besonders plagen,
Wenn wir enge Stiefel tragen.
		-- Heinrich Heine (Zur Teleologie)
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Gott versah uns mit zwei Händen,
Daß wir doppelt Gutes spenden;
Nicht um doppelt zuzugreifen
Und die Beute aufzuhäufen
In den großen Eisentruhn,
Wie gewisse Leute tun -
(Ihren Namen auszusprechen
Dürfen wir uns nicht erfrechen -
Hängen würden wir sie gern.
Doch sie sind so große Herrn,
Philanthropen, Ehrenmänner,
Manche sind auch unsre Gönner,
Und man macht aus deutschen Eichen
Keine Galgen für die Reichen.)
		-- Heinrich Heine (Zur Teleologie)
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Gott gab uns nur eine Nase,
Weil wir zwei in einem Glase
Nicht hineinzubringen wüßten,
Und den Wein verschlappern müßten.

Gott gab uns nur einen Mund,
Weil zwei Mäuler ungesund.
Mit dem einen Maule schon
Schwätzt zu viel der Erdensohn.
Wenn er doppeltmäulig wär,
Fräß und lög er auch noch mehr.
Hat er jetzt das Maul voll Brei,
Muß er schweigen unterdessen,
Hätt er aber Mäuler zwei,
Löge er sogar beim Fressen.
		-- Heinrich Heine (Zur Teleologie)
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Mit zwei Ohren hat versehn
Uns der Herr. Vorzüglich schön
Ist dabei die Symmetrie.
Sind nicht ganz so lang wie die,
So er unsern grauen braven
Kameraden anerschaffen.
Ohren gab uns Gott die beiden,
Um von Mozart, Gluck und Hayden
Meisterstücke anzuhören -
Gäb es nur Tonkunst-Kolik
Und Hämorrhoidal-Musik
Von dem großen Meyerbeer,
Schon ein Ohr hinlänglich wär! -
		-- Heinrich Heine (Zur Teleologie)
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Die Briten zeigten sich sehr rüde
Und ungeschliffen als Regizide.
Schlaflos hat König Karl verbracht
In Whitehall seine letzte Nacht.
Vor seinem Fenster sang der Spott
Und ward gehämmert an seinem Schafott.
   Viel höflicher nicht die Franzosen waren.
   In einem Fiaker haben diese
   Den Ludwig Capet zum Richtplatz gefahren;
   Sie gaben ihm keine Calèche de Remise,
   Wie nach der alten Etikette
   Der Majestät gebühret hätte.
Noch schlimmer ergings der Marie Antoinette,
Denn sie bekam nur eine Charrette;
Statt Chambellan und Dame d'atour
Ein Sansculotte mit ihr fuhr.
Die Witwe Capet hob höhnisch und schnippe
Die dicke habsburgische Unterlippe.
   Franzosen und Briten sind von Natur
   Ganz ohne Gemüt; Gemüt hat nur
   Der Deutsche, er wird gemütlich bleiben
   Sogar im terroristischen Treiben.
   Der Deutsche wird die Majestät
   Behandeln stets mit Pietät.
   In einer sechsspännigen Hofkarosse,
   Schwarz panaschiert und beflort die Rosse,
   Hoch auf dem Bock mit der Trauerpeitsche
   Der weinende Kutscher - so wird der deutsche
   Monarch einst nach dem Richtplatz kutschiert
   Und untertänigst guillotiniert.
		-- Heinrich Heine
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Einem Abtrünnigen

O des heilgen Jugendmutes!
O, wie schnell bist du gebändigt!
Und du hast dich, kühlern Blutes,
Mit den lieben Herrn verständigt.

Und du bist zu Kreuz gekrochen,
Zu dem Kreuz, das du verachtest,
Das du noch vor wenig Wochen
In den Staub zu treten dachtest!

O, das tut das viele Lesen
Jener Schlegel, Haller, Burke -
Gestern noch ein Held gewesen,
Ist man heute schon ein Schurke.

		-- Heinrich Heine
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Der neue Alexander  I

Es ist ein König in Thule, der trinkt
Champagner, es geht ihm nichts drüber;
Und wenn er seinen Champagner trinkt,
Dann gehen die Augen ihm über.
  Die Ritter sitzen um ihn her,
  Die ganze historische Schule;
  Ihm aber wird die Zunge schwer,
  Es lallt der König von Thule:
»Als Alexander, der Griechenheld,
Mit seinem kleinen Haufen,
Erobert hatte die ganze Welt,
Da gab er sich ans Saufen.
  Ihn hatten so durstig gemacht der Krieg
  Und die Schlachten, die er geschlagen;
  Er soff sich zu Tode nach dem Sieg,
  Er konnte nicht viel vertragen.
Ich aber bin ein stärkerer Mann
Und habe mich klüger besonnen:
Wie jener endete, fang ich an,
Ich hab mit dem Trinken begonnen.
  Im Rausche wird der Heldenzug
  Mir später weit besser gelingen;
  Dann werde ich, taumelnd von Krug zu Krug,
  Die ganze Welt bezwingen.«
		-- Heinrich Heine
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Der neue Alexander  II  (Erster Feldzug)

Da sitzt er und schwatzt, mit lallender Zung,
Der neue Alexander;
Den Plan der Welteroberung,
Den setzt er auseinander:
  »Lothringen und Elsaß, das weiß ich längst,
  Die fallen uns zu von selber;
  Der Stute folgt am End der Hengst,
  Es folgen der Kuh die Kälber.
Mich lockt die Champagne, das beßre Land,
Wo jene Reben sprießen,
Die lieblich erleuchten unsern Verstand
Und uns das Leben versüßen.
  Hier soll sich erproben mein Kriegesmut,
  Hier soll der Feldzug beginnen;
  Es knallen die Pfropfen, das weiße Blut
  Wird aus den Flaschen rinnen.
Hier wird mein junges Heldentum
Bis zu den Sternen moussieren!
Ich aber verfolge meinen Ruhm,
Ich will auf Paris marschieren.
  Dort vor der Barriere mach ich Halt,
  Denn vor den Barriere-Pforten
  Da wird kein Oktroi bezahlt
  Für Wein von allen Sorten.«
		-- Heinrich Heine
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Der neue Alexander  III

»Mein Lehrer, mein Aristoteles,
Der war zuerst ein Pfäffchen
Von der französischen Kolonie,
Und trug ein weißes Beffchen.
  Er hat nachher als Philosoph
  Vermittelt die Extreme,
  Und leider Gottes hat er mich
  Erzogen nach seinem Systeme.
Ich ward ein Zwitter, ein Mittelding
Das weder Fleisch noch Fisch ist,
Das von den Extremen unsrer Zeit
Ein närrisches Gemisch ist.
  Ich bin nicht schlecht, ich bin nicht gut,
  Nicht dumm und nicht gescheute,
  Und wenn ich gestern vorwärts ging,
  So geh ich rückwärts heute.
Ein aufgeklärter Obskurant,
Und weder Hengst noch Stute!
Ja, ich begeistre mich zugleich
Für Sophokles und die Knute.
  Herr Jesus ist meine Zuversicht,
  Doch auch den Bacchus nehme
  Ich mir zum Tröster, vermittelnd stets
  Die beiden Götterextreme.«
		-- Heinrich Heine
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Antwort

Es ist der rechte Weg, den du betreten,
Doch in der Zeit magst du dich weidlich irren;
Das sind nicht Düfte von Muskat and Myrrhen,
Die jüngst aus Deutschland mir verletzend wehten.

Wir dürfen nicht Viktoria trompeten,
So lang noch Säbel tragen unsre Sbirren;
Mich ängstet, wenn die Vipern Liebe girren,
Und Wolf und Esel Freiheitslieder flöten

		-- Heinrich Heine
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Augen, die nicht ferne blicken,
Und auch nicht zur Liebe taugen,
Aber ganz entsetzlich drücken,
Sind des Vetters Hühneraugen.

		-- Heinrich Heine
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Bamberg und Würzburg

In beider Weichbild fließt der Gnaden Quelle,
Und tausend Wunder täglich dort geschehen.
Umlagert sieht man dort von Kranken stehen
Den Fürsten, der da heilet auf der Stelle.

Er spricht: »Steht auf und geht!« und flink und schnelle
Sieht man die Lahmen selbst von hinnen gehen;
Er spricht: »Schaut auf und sehet!« und es sehen
Sogar die Blindgebornen klar und helle.

Ein Jüngling naht, von Wassersucht getrieben,
Und fleht: »Hilf, Wundertäter, meinem Leibe.«
Und segnend spricht der Fürst: »Geh hin und schreibe!«

In Bamberg und in Würzburg machts Spektakel,
Die Handlung Göbhardts rufet laut: »Mirakel!« -
Neun Dramen hat der Jüngling schon geschrieben.

		-- Heinrich Heine
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Mittelalterliche Roheit
Weicht dem Aufschwung schöner Künste:
Instrument moderner Bildung
Ist vorzüglich das Klavier.

Auch die Eisenbahnen wirken
Heilsam aufs Familienleben,
Sintemal sie uns erleichtern
Die Entfernung von der Sippschaft.

Wie bedaur ich, daß die Darre
Meines Rückgratmarks mich hindert,
Lange Zeit noch zu verweilen
In dergleichen Fortschrittswelt!

		-- Heinrich Heine
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Das Bild

Lessing-Da Vinzis Nathan und Galotti,
Schiller-Raffaels Wallenstein und Posa,
Egmont und Faust von Goethe-Buonarotti -
Die nimm zum Muster, Houwald-Spinarosa!

		-- Heinrich Heine
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Wenn sich die Blutegel vollgesogen,
Man streut auf ihren Rücken bloß
Ein bißchen Salz, und sie fallen ab -
Doch dich, mein Freund, wie werd ich dich los?

Mein Freund, mein Gönner, mein alter Blutsauger,
Wo find ich für dich das rechte Salz?
Du hast mir liebreich ausgesaugt
Den letzten Tropfen Rückgratschmalz.

Auch bin ich seitdem so abgemagert,
Ein ausgebeutet armes Skelett -
Du aber schwollest stattlich empor,
Die Wänglein sind rot, das Bäuchlein ist fett.

O Gott, schick mir einen braven Banditen,
Der mich ermordet mit raschem Stoß -
Nur diesen langweilgen Blutegel nicht,
Der langsam saugt - wie werd ich ihn los?

		-- Heinrich Heine
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Burleskes Sonett

Wie nähm die Armut bald bei mir ein Ende,
Wüßt ich den Pinsel kunstgerecht zu führen
Und hübsch mit bunten Bildern zu verzieren
Der Kirchen und der Schlösser stolze Wände.

Wie flösse bald mir zu des Goldes Spende,
Wüßt ich auf Flöten, Geigen und Klavieren
So rührend und so fein zu musizieren,
Daß Herrn und Damen klatschten in die Hände.

Doch ach! mir Armen lächelt Mammon nie:
Denn leider, leider! trieb ich dich alleine,
Brotloseste der Künste, Poesie!

Und ach! wenn andre sich mit vollen Humpen
Zum Gotte trinken in Champagnerweine,
Dann muß ich dürsten, oder ich muß - pumpen.

		-- Heinrich Heine
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Charade

Das Erste, das ist immer,
Und wenn auch die Welt vergeht;
Das Zweite ist man und bleibt man,
Wenn man zu lesen versteht.

		-- Heinrich Heine
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Duelle
  Zwei Ochsen disputierten sich
  Auf einem Hofe fürchterlich.
  Sie waren beide zornigen Blutes,
  Und in der Hitze des Disputes
  Hat einer von ihnen, zornentbrannt,
  Den andern einen Esel genannt.
  Da »Esel« ein Tusch ist bei den Ochsen,
  So mußten die beiden John Bulle sich boxen.
Auf selbigem Hofe zu selbiger Zeit
Gerieten auch zwei Esel in Streit,
Und heftig stritten die beiden Langohren,
Bis einer so sehr die Geduld verloren,
Daß er ein wildes I-A ausstieß,
Und den andern einen Ochsen hieß.
Ihr wißt, ein Esel fühlt sich tuschiert,
Wenn man ihn »Ochse« tituliert.
Ein Zweikampf, die beiden stießen
Sich mit den Köpfen, mit den Füßen,
Gaben sich manchen Tritt in den Podex,
Wie es gebietet der Ehre Kodex.
  Und die Moral? Ich glaub, es gibt Fälle,
  Wo unvermeidlich sind die Duelle;
  Es muß sich schlagen der Student,
  Den man einen dummen Jungen nennt.
		-- Heinrich Heine
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In die Kirche ging ich morgens,
um Komödien zu schauen,
abends ins Theater, um mich
an der Predigt zu erbauen.
		-- Heinrich Heine (Reisebilder)
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Sie sang vom irdischen Jammertal,
von Freuden, die bald zerronnen,
vom Jenseits, wo die Seele schwelgt,
verklärt in ewigen Wonnen.
Sie sang das alte Entsagungslied,
das Eiapopeia vom Himmel,
womit man einlullt, wenn es greint,
das Volk, den großen Lümmel.
Ich kenne die Weise, ich kenne den Text,
ich kenn' auch die Herren Verfasser;
ich weiß, sie tranken heimlich Wein
und predigten öffentlich Wasser.
		-- Heinrich Heine (Deutschland - Ein Wintermärchen)
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Verfolgung der Andersdenkenden ist überall das Monopol der
Geistlichkeit.
		-- Heinrich Heine
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Religion und Heuchelei sind Zwillingsschwestern, und beide sehen sich
so ähnlich, daß sie zuweilen nicht voneinander zu unterscheiden sind.
		-- Heinrich Heine
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Wenn man mit dem dümmsten Engländer über Politik spricht, wo wird er
doch immer etwas Vernünftiges zu sagen wissen. Sobald man aber das
Gespräch auf die Religion lenkt, wird der gescheiteste Engländer
nichts als Dummheiten zu Tage fördern.
		-- Heinrich Heine
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Wenn ihr doch verrückt sein wollt, so werdet katholisch, und man wird
euch wenigstens nicht einsperren, wie andere Monomanen.
		-- Heinrich Heine
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Der Brief, den du geschrieben, er macht mich gar nicht bang;
Du willst mich nicht mehr lieben, aber Dein Brief ist lang.
Zwölf Seiten, eng und zierlich! Ein kleines Mauskript!
Man schreibt nicht so ausführlich, wenn man den Abschied gibt.
		-- Heinrich Heine (Neuer Frühling)
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Alle Menschen, gleich geboren, sind ein adliges Geschlecht.
		-- Heinrich Heine (Buch der Lieder)
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Der Teufel, der Adel und die Jesuiten existieren nur so lange, als man
an sie glaubt.
		-- Heinrich Heine (Reise von München nach Genua)
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Advokaten, die Bratenwender der Gesetze, die so lange die Gesetze
wenden und anwenden, bis ein Braten für sie abfällt.
		-- Heinrich Heine
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